LerngesellschaftLearning Society · Basel
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Unser Ansatz

So arbeiten wir

Ein Kind lernt am besten, wenn zwei Dinge zusammenkommen. Es spürt, dass es vorankommt. Und es weiss, da ist ein Mensch, der es kennt und ihm etwas zutraut. Aus diesen zwei Dingen ist alles gebaut, was wir tun.

Ein Kind bleibt dran, wenn es spürt, dass es besser wird

Fortschritt kann Mut machen. In einer Laborstudie mit jungen Erwachsenen hing mehr Lernfortschritt bei einer Computerspielaufgabe mit stärkerem Vertieftsein und weniger berichteter Ablenkung zusammen. Die Auswertung umfasste 52 Personen und einzelne Aufgabenphasen; eine Wirkung über Wochen oder bei Kindern wurde nicht untersucht (Lu et al., 2025).

Für unsere Arbeit ist das ein Anhaltspunkt: Wir machen kleine Fortschritte sichtbar und besprechen mit dem Kind, was ihm schon gelingt und was es als Nächstes versuchen möchte.

Was gerade noch zu schaffen ist

Wir wählen Aufgaben, die ein Kind fordern, ohne es zu überfordern. Wie anspruchsvoll eine Aufgabe gerade sein darf, prüfen wir gemeinsam mit dem Kind und passen sie an. Der Mensch an seiner Seite zeigt ihm rasch und freundlich, was als Nächstes dran ist. Ein Fehler zeigt, wo es weitergeht. Beim eigenen Ausprobieren und gemeinsamen Nachdenken kann neues Verständnis entstehen.

Ein Mensch, der bleibt

Vertrauen wächst nur langsam und nur mit Menschen, die bleiben. Wenn ein Kind spürt, dass jemand es wirklich kennt, traut es sich mehr zu. Isabelle Hau, Leiterin des Lernforschungszentrums der Universität Stanford, bringt es auf den Punkt: Beziehungen sind das Fundament des Lernens. Enge, tragende Beziehungen in den ersten Schuljahren sagen bessere Leistungen Jahre später voraus, auch wenn man Herkunft und IQ herausrechnet. Eine Langzeituntersuchung an Chicagoer Schulen brachte Verbesserungen in Lesen und Mathematik mit dem Zusammenspiel von Schulleitung, Unterricht, fachlicher Zusammenarbeit, Lernklima und Beziehungen zu Eltern und Quartier in Verbindung. Die Forschenden beschreiben Vertrauen als wichtige Grundlage dieser Zusammenarbeit. Die Studie zeigt Zusammenhänge und belegt keine Ursache-Wirkungs-Beziehung (Bryk, 2010).

In unserer Arbeit setzen wir auf Kontinuität: Bei uns kommt jede Woche dasselbe Kind zur selben Person, ein Semester lang und oft länger. Die Person denkt zwischen den Stunden an das Kind und bringt die offene Frage von letzter Woche wieder mit. Das schönste Gefühl für ein Kind ist, dass jemand auf es zählt und ihm zutraut, dass es das schafft.

Was menschliche Begleitung ausmacht

Eine kleine explorative Studie mit acht fünf- und sechsjährigen Kindern verglich das gemeinsame Geschichtenerzählen mit ChatGPT (GPT-4) und einem Elternteil. ChatGPT gab dabei häufiger positive Rückmeldungen. Dieser Befund beschreibt die untersuchten Erzählsituationen; wie viel Lob Kinder im Alltag erhalten, wurde nicht gemessen (Chin et al., 2024).

Für unsere Arbeit gilt: Digitale Werkzeuge können unterstützen. Die Begleitung und die pädagogische Verantwortung trägt ein Mensch, der das Kind kennt, nachfragt und auch in schwierigen Momenten an seiner Seite bleibt.

Drei Wege, ein Ziel

Die Forscherbühne weckt Staunen und macht Wissenschaft für Kinder und Jugendliche in Basel unmittelbar erlebbar. Der Lernbus begleitet jedes Kind individuell in seinem eigenen Tempo, verlässlich an der Seite eines Menschen, der Vertrauen aufbaut und Entwicklung ermöglicht. Mit Gehirn und Gesellschaft bringen wir aktuelles Wissen darüber in die Schule, wie Lernen gelingt, wie soziale Kompetenzen wachsen und welche Rolle Menschen und Technologien in Bildungsprozessen spielen. Unsere Arbeit orientiert sich dabei an den Grundsätzen der Reggio-Pädagogik: Kinder werden als aktive Mitgestalter ihrer Bildungsprozesse verstanden, und ihre Lernwege werden sichtbar gemacht. Drei Wege, ein Ziel: Kinder dabei zu unterstützen, die Welt zu verstehen, ihre Potenziale zu entfalten und sich in ihrer Einzigartigkeit verstanden zu fühlen.

Jedes Kind will verstehen, und verstanden werden.

Quellen