LerngesellschaftLearning Society · Basel
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Unser Ansatz

So arbeiten wir

Ein Kind lernt am besten, wenn zwei Dinge zusammenkommen. Es spürt, dass es vorankommt. Und es weiss, da ist ein Mensch, der es kennt und ihm etwas zutraut. Aus diesen zwei Dingen ist alles gebaut, was wir tun.

Ein Kind bleibt dran, wenn es spürt, dass es besser wird

Ein Kind bleibt bei einer Sache, wenn es merkt, dass es vorankommt. Jeder kleine Schritt, den es an sich selbst sieht, gibt ihm Mut für den nächsten. Die Hirnforschung an der Erasmus-Universität Rotterdam zeigt: Wir vertiefen uns am stärksten und lassen uns am wenigsten ablenken, wenn wir spüren, dass wir vorankommen. Dieser Antrieb braucht keine Belohnung von aussen, der Fortschritt selbst macht die Konzentration angenehm. Und er trägt über Wochen, nicht nur im Moment. Darum lohnt sich das Dranbleiben mehr als ein kurzer Versuch.

Was gerade noch zu schaffen ist

Am liebsten ist einem Kind das, was gerade noch zu schaffen ist, nicht zu leicht und nicht zu schwer. Das ist kein Zufall: Dieselbe Forschung zeigt, dass der Lernfortschritt bei mittlerer Schwierigkeit am grössten ist. Darum verweilen Menschen am längsten bei Aufgaben, die genau richtig fordern. Der Mensch an seiner Seite zeigt dem Kind rasch und freundlich, was als Nächstes dran ist. Ein Fehler ist dabei kein Versagen, er zeigt, wo es weitergeht. Und was ein Kind selbst ausprobiert, versteht es wirklich.

Ein Mensch, der bleibt

Vertrauen wächst nur langsam und nur mit Menschen, die bleiben. Wenn ein Kind spürt, dass jemand es wirklich kennt, traut es sich mehr zu. Isabelle Hau, Leiterin des Lernforschungszentrums der Universität Stanford, bringt es auf den Punkt: Beziehungen sind das Fundament des Lernens. Enge, tragende Beziehungen in den ersten Schuljahren sagen bessere Leistungen Jahre später voraus, auch wenn man Herkunft und IQ herausrechnet. Eine grosse Studie an Chicagoer Schulen fand: Schulen mit viel gegenseitigem Vertrauen verbesserten sich in Lesen und Mathematik zehnmal so häufig wie Schulen mit wenig Vertrauen. Darum kommt bei uns jede Woche dasselbe Kind zur selben Person, ein Semester lang und oft länger. Die Person denkt zwischen den Stunden an das Kind und bringt die offene Frage von letzter Woche wieder mit. Das schönste Gefühl für ein Kind ist, dass jemand auf es zählt und ihm zutraut, dass es das schafft.

Was eine Maschine nicht kann

Kinder erhalten heute weit häufiger Lob und Bestätigung von Maschinen als von Menschen, nach manchen Schätzungen dreizehnmal so oft. Je mehr Bildschirme um ein Kind herum sind, desto wichtiger wird darum der Mensch, der bei ihm ist. Ein Bildschirm kann ein Kind endlos loben, aber er kann nicht an es glauben. Er merkt nicht, wenn ein Kind traurig ist oder einen schweren Tag hat. Nach einem Streit wieder zueinanderzufinden, das lernt ein Kind nur mit einem Menschen. Und wer nur gelobt wird, lernt nie, mit einer Enttäuschung umzugehen, gerade das aber braucht ein Kind im Leben.

Drei Wege, ein Ziel

Die Forscherbühne weckt Staunen und macht Wissenschaft für Kinder und Jugendliche in Basel unmittelbar erlebbar. Der Lernbus begleitet jedes Kind individuell in seinem eigenen Tempo, verlässlich an der Seite eines Menschen, der Vertrauen aufbaut und Entwicklung ermöglicht. Mit Gehirn und Gesellschaft bringen wir aktuelles Wissen darüber in die Schule, wie Lernen gelingt, wie soziale Kompetenzen wachsen und welche Rolle Menschen und Technologien in Bildungsprozessen spielen. Unsere Arbeit orientiert sich dabei an den Grundsätzen der Reggio-Pädagogik: Kinder werden als aktive Mitgestalter ihrer Bildungsprozesse verstanden, und ihre Lernwege werden sichtbar gemacht. Drei Wege, ein Ziel: Kinder dabei zu unterstützen, die Welt zu verstehen, ihre Potenziale zu entfalten und sich in ihrer Einzigartigkeit verstanden zu fühlen.

Jedes Kind will verstehen, und verstanden werden.

Quellen

  • EDK (Hrsg.), Überprüfung der Grundkompetenzen (ÜGK) 2024, Schulsprache und Mathematik, 4. Schuljahr HarmoS (2. Primarklasse), Nationaler Bericht, 2026, uegk-schweiz.ch.
  • Hairong Lu, Dimitri Van der Linden und Arnold B. Bakker, The neuroscientific basis of flow: Learning progress guides task engagement and cognitive control, NeuroImage 308 (2025) 121076, Erasmus University Rotterdam.
  • Isabelle C. Hau, Welcome to the Era of Relational Intelligence, Stanford Social Innovation Review, Frühjahr 2026; dieselbe, Love to Learn: The Transformative Power of Care and Connection in Early Education, PublicAffairs, 2025.
  • Consortium on Chicago School Research, zitiert nach Hau, Stanford Social Innovation Review, Frühjahr 2026.
  • Matthew Lieberman, zitiert nach Hau, Stanford Social Innovation Review, Frühjahr 2026.
  • Carolyn Edwards, Lella Gandini und George Forman (Hrsg.), The Hundred Languages of Children: The Reggio Emilia Experience in Transformation, 3. Auflage, Praeger, 2012.
  • The Royal Institution, History of the Christmas Lectures, rigb.org.